15 Dezember 2009
Klauer und Beklaute
Ich muss zugeben, das Folgende ist nicht von mir. Ich habs hier geklaut, und auch gleich gebeichtet. Aber der, von dem ich es geklaut habe, der hat es auch woanders her. Der hats auch geklaut. Und der, bei dem er es geklaut hat, der hats wahrscheinlich auch geklaut. Ganz am Ende der Liste der Klauer und Beklauten stand vielleicht mal einer, dem das gehört hat. Aber diese Fomulierungen sind so allgemeingültig und so wichtig, dass es das größere Verbrechen gewesen wäre, es nicht zu klauen. Deswegen möchte ich auch jeden und jede auffordern, das hier zu klauen. Und es mir zu beichten. Damit ichs dem, bei dem ich es geklaut habe, weiterbeichten kann, der es dann auch da, wo er es her hat …
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben
Geschrieben: Dezember 15th, 2009 unter Hier wird gemangelt, kurz, Paralipomena













Kommentar von Aléa
Datum/Uhrzeit 15. Dezember 2009 um 22:09
Für den Fall, dass das Undenkbare doch passiert und dieser Beitrag hier wirklich unkommentiert bleibt, kommentiere ich ihn selbst.
Liebe Aléa – würde ich schreiben –
das ist ja ein wunderschöner Beitrag! Vor allem gefällt mir die Äußerung, die meines Erachtens das Zentrum des Ganzen bildet, dass die Worte das einzige sind, was einem wirklich gehört. Das was einem ganz offensichtlich nicht gehört, weil es jedem gehört und dadurch eben keinem, wird hier als das Eigene herausgestellt. Das nämlich, was einem Menschen besser und seine Individualität treffender beschreibt, als alles was ihn sonst so auszeichnen könnte.