14 November 2009
Der Traum eines Schmetterlings
Der chinesische Philosoph Tsuang Tse erzählt folgende kurze Geschichte: Er erwacht eines Morgens und erinnert, dass er geträumt habe, er sei ein Schmetterling. Dann aber kommt er auf den Gedanken, dass er auch ein Schmetterling sein könnte, der jetzt träumt, er sei ein Mensch.
Das Interessante ist, dass es in diesem Verhältnis von Traum und Wirklichkeit keine dritte Position gibt von der aus sich entscheiden ließe, was wahr ist. Möglich, dass der Schmetterling der Traum eines Menschen ist. Aber ebenso gut könnte auch der Mensch der Traum eines Schmetterlings sein. Wenn es keine dritte Position gibt, von der aus sich der Wahrheitsgehalt bestimmen lässt, müssen davon ausgehen, dass das Verhältnis der beiden vorhandenen Positionen die Wahrheit ist. Die reine Wahrheit.
Geschrieben: November 14th, 2009 unter kurz, Miszellen & Mesalliancen












Kommentar von john
Datum/Uhrzeit 15. November 2009 um 00:31
hm, das ist schön. reinkarnativ zenmäßig gedacht ist es ja nur ein subjekt das verwandelt als entweder/oder zeitgleich spricht. und bei freges koordinatensystem vermutlich auch nur eins in verschiedenen gegebenheiten (ich glaube hesperus ist phospherus-extensional identisch, übergeordnete klasse – lebewesen, wenn das stimmt?)
… die sonne morgen aufgeht ist eine hypothese
wittgenstein