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  • Silvia Kühnel: Lieber Claus, habe schon mal vor einigen Jahren geschrieben, weil ich die Idee mit der Kunstfigur gut finde. Ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr und viel Freude mit dem Stipendium. Silvia (Buchhändlerin in Dortmund)
  • irisnebel: klasse! gratuliere! musst du ne gegenleistung bringen? als stadtschreiber z.b.?
  • nadine schmid: Ich habe mit Thien an der Uni Koeln studiert. Wir ware zeitweise befreundet, aber ich hatte wenig verstaendnis fuer seinen ‘Mangel’ am akademischen Streben und habe, trotz meiner Anerkennung seines Talents, sein Lebensziel, aus seiner Dichtung etwas zu machen, als...
  • bersarin: Es muß natürlich, entdecke ich beim zweiten Lesen, Monika Rinck heißen. Ich kann mir Namen nie merken.
  • Aléa Torik: Ja, Bersarin, seinerzeit hat‘s ziemlich gut funktioniert: es war Literatur und die Leute waren mittendrin. Manche, ohne es zu merken. Manche haben hinterher zufrieden gelächelt, weil sie bei etwas Neuem mitgemacht haben. Oder weil sie selbst zu einer Art literarischer Figur dadurch...
  • bersarin: Literarisches Bloggen, liebe Aléa Torik, funktioniert durchaus. Freilich nur bei den wenigsten. Das meiste, was geschrieben wird, stammt aus dem Klein-Klein der Halbgarküchen, ist Poesiealbumsprosa von Minderleistern, Befindlichkeitsscheiße ohne Form. Ich schreibe dahingehend und als...
  • Aléa Torik: Never ride a dead horse – das hätte auch als Überschrift dieses Beitrags herhalten können. Gestern Nacht bin ich mit dem Rad 35 km durch das ausgestorbene Berlin gefahren, bis weit jenseits der Stadtgrenze. Da ich ziemlich kaputt war, konnte ich dabei nichts denken, aber wenn...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, Du hast überschüssige Energie!? Da werden Dich viele drum beneiden, umso besser also, wenn sie in etwas fließt, was Sinn zu machen verspricht. Was soll man also dazu sagen? Ich sage: Es lebe die Literatur! Und Gratulation natürlich zum vollzogenen Ausstieg aus...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, verflixt, hab‘ ich schon wieder Recht? Ich kann sagen, was ich will, ich habe immer recht. Dabei schrieb ich das eigentlich, um zu provozieren. Entweder lässt sich keiner provozieren oder die Provokation im Netz ist so allgegenwärtig, dass man zu ganz anderen Kalibern...
  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, da triffst Du mal wieder den Nagel auf den Kopf wie die Faust das Auge: fiktional und ein Sein als solches hat ein literarisches Blog zu sein und nicht einfach noch ein weiterer Mitspieler auf dem Markt- und Kampfplatz realer Eitelkeiten. Als Schriftsteller:in...
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  • Aléa Torik: Dann bin ich gespannt, was du von dem Essay hältst.
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  • Aléa Torik: Lieber holio, ganz verstehen kann ich die Ottos und Ottisten ja tatsächlich nicht. Vielleicht ist das so, dass Otto und Otta, was ihr Leseverhalten betrifft, auch nicht ganz schlau aus sich werden. Sie greifen immer nur nach dem, wonach auch die anderen greifen. Das zeichnet die...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, man ist ja einiges gewöhnt bei den Autoren. Was die alles tun, um gelesen zu werden, beispielsweise das Schreiben seltsamer Bücher. Ich fände es allerdings doch etwas übertrieben, wenn sich ein Autor nach dem Schreiben seines Buchs sogleich aus dem Leben verabschiedet:...
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  • Norbert W. Schlinkert: Liebe Aléa, noch habe ich Deinen Essay ja nicht gelesen – kommt aber noch! Bin gespannt wie ein Flitzebogen! Und was meine durch eigenes Lesen hervorgerufene Belebung von Texten inzwischen leiblich von uns gegangener Autor:inn:en angeht, so ist es nicht Trost, den ich da...
  • Aléa Torik: Lieber holio, Sie haben recht, die Politik lassen wir hier außen vor. Richtig glücklich bin ja auch nicht mit dem Etikett der Postmoderne. Aber irgendwie müssen wir es ja benennen. Sagen wir Transmoderne. Die wesentliche Information ist allerdings angekommen, schon lange: dass Sie...
  • Aléa Torik: Lieber Norbert, fein, dass ich dich zum Assoziieren bringe. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich bisweilen schon gehört. Aber hat mal jemand gefragt, was mit all den ausgehöhlten Steinen anzufangen ist? Wozu Steine höhlen? Was Cărtărescu betrifft, ich habe es in dem Essay...

  • Archiv vom Oktober, 2009

    30 Oktober 2009

    Notat eines Verlierers

    „Möglicherweise haben wir Verlierer nicht in allem recht, doch davon geht die Welt nicht unter. Das tut sie nur, wenn die Gewinner nicht in allem recht haben.”

    Wolfgang Hildesheimer, Notat eines Verlierers

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    29 Oktober 2009

    In jemandes Armen liegen

    Die meisten Frauen die in den Armen eines Mannes liegen, liegen dabei nicht: sie sitzen oder stehen.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    25 Oktober 2009

    Ich bin die Richtige

    Ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können, wegen dieses Mannes. Wegen Hemd und Haaren, dachte ich zuerst. Aber der Grund für meine Schlaflosigkeit war ein anderer. Ich war gekränkt, dass er nicht gekommen ist. Bis zum letzten Moment habe ich gehofft, er würde sich doch noch überwinden können. Wir drei haben alle Anzeichen des Aufbruchs von uns gegeben. Ich habe mich von den anderen separiert, ich wollte einen freien Raum schaffen, Platz für diesen Mann. Ich habe in meinem Herzen Platz für ihn geschaffen. Ich habe ihm einen Blick zugeworfen, einen fragenden, einen bittenden, einen flehenden. Aber er ist nicht gekommen. Er hat mich mit all dem Platz alleine gelassen.

    Ich habe nicht schlafen können und wie meistens, wenn ich nicht schlafen kann, wende ich mich an die Worte. Lieber hätte ich die Nacht mit ihm verbracht, in seinen Armen, mit seinem Mund und seinen Händen. Jetzt habe ich sie mit Worten verbracht, in innigster Umarmung, Mund an Mund. Ich habe ihn betrogen, bevor ich ihn gekannt habe. Mit derselben erotischen Energie, dieselbe Menge, dieselbe Leidenschaft. Ich habe mich so sehr, so unfassbar nach seinem Mund gesehnt und nach seinen Händen.

    Ich bin die Richtige.
    Ich bin die Richtige um gewollt zu werden, berührt und begrabscht,
    in den Himmel gehoben und fallen gelassen.
    Ich bin die Richtige um angebetet zu werden und verachtet,
    angelächelt und verlacht.
    Ich bin die Richtige um fokussiert zu werden und zentriert,
    ignoriert, umgangen, links liegen gelassen.
    Ich bin die Richtige um geliebt zu werden und gehasst,
    vergöttert und mythisiert, imaginiert, halluziniert,
    entzaubert und zum Teufel gejagt.
    Ich bin die Richtige für Antagonismen und Parallelitäten.
    Extreme und Ausschläge,
    Durchschnitt und Mittelmaß,
    Gemeinsamkeiten und Gegensätze,
    zyklisch und linear, elaboriert und böotisch,
    versteinert und erweicht, erhöht und erniedrigt,
    angenommen und abgelehnt, polyphon und eintönig.
    Ich bin die Richtige um aufzuleben und auszusterben.
    Ich bin die Richtige für einen einzigen, ephemeren Augenblick
    und für die Äonen und Ewigkeiten.
    Ich bin die Richtige um filetiert zu werden,
    decantiert, flambiert, souffliert,
    gratiniert, kandiert, pochiert und püriert.
    Ich bin die Richtige um potenziert zu werden und quadriert,
    dividiert und multipliziert.
    Ich bin die Richtige um dekuvriert zu werden und desavouiert,
    diplomiert, diktiert und distinguiert.
    Ich bin die Richtige um alphabetisiert zu werden oder legasthenisiert.
    Ich bin die Richtige um verschüttet zu werden und evakuiert.
    Ich bin die Richtige um taxiert zu werden,
    inventarisiert, kategorisiert, katalogisiert und aussortiert.
    Ich bin die Richtige um zu den Akten gelegt zu werden und zu verstauben.
    Aber ich bin nicht die Richtige um einem Mann das Wollen beizubringen.
    Dafür bin ich die Falsche.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    24 Oktober 2009

    Vom ersten Moment an

    Wenn einem Mann das Hemd locker auf der Brust sitzt und er die Haare strubbelig hat, so dass sie nach allen Seiten vom Kopf abstehen: das kann mich total anmachen! Die meisten Männer können machen was sie wollen, das Hemd sitzt nicht wie es müsste. Es sitzt nicht, es liegt vielmehr oder es hängt. Es liegt auf den Schultern oder es hängt einfach von da herunter. Aber manchmal ist es genau richtig. Bei manchen Männern ist vom ersten Moment an alles genau richtig.

    So einen Mann habe ich gestern Abend beinahe kennen gelernt. Ich war mit zwei Freundinnen in einer Bar in Kreuzberg. Obwohl Bar nicht mein Favorit ist. Ich gehe, wenn ich ausgehe, lieber tanzen. Aber die beiden anderen hatten sich bereits viele Jahre zuvor vorgenommen, nicht tanzen zu können. Und diesen Vorsatz haben sie bis heute beibehalten. Deswegen sind wir in eine Bar gegangen. Wir haben am Tresen gesessen. Und er hat die ganze Zeit zu mir herübergeguckt. Irgendwann ist das penetrant geworden. Die einzige Möglichkeit, diese Penetranz zu unterbinden, wäre mich anzusprechen. Ich habe ihn aufmunternd angeschaut. Aber er ist bei seinen Freunden stehen geblieben. Das waren drei Schritte zu mir. Die drei kürzesten Schritte von der Welt.

    Warum kommt er nicht? Das habe ich mich gefragt. Vielleicht hat er eine Freundin und will sie nicht betrügen. Aber wer so guckt, der betrügt schon. So sehr würde er sie nicht betrügen, wenn wir beide die Nacht miteinander verbrächten. Kann die Hemmschwelle denn so hoch sein? Ich schaue doch auch. Er muss doch spüren wie sehr ich will, dass er mich anspricht. Ich will seine Stimme hören. Ich will wissen was er sagt, wobei es mir egal ist, was er tatsächlich sagt. Ich will wissen, wie er es sagt. Ich will ihm auf den Mund schauen, ich will Verlegenheit spüren, Unsicherheit. Und natürlich Begehren.

    Er muss doch wissen, dass er auf offene Türen stößt. Diese Schwelle ist offensichtlich sehr niedrig. Oder ist es gerade das? Sie ist ihm zu niedrig. Er mag mehr die Hürdenläufe und den Hochsprung. Ich müsste mich sträuben, Widerstand zeigen und nicht diese offensichtliche Bereitschaft mich begatten zu lassen. Wäre das für ihn nicht eine gute Gelegenheit, eine weitere Kerbe in seinen Bettpfosten einzuschlagen? Einen weiteren Eintrag in seinen Palmarès. Oder hat er nur Lust auf Sex und Liebe, wenn er erobern, wenn er die Konkurrenten wegbeißen muss? Hat sein Verhalten vielleicht etwas mit meiner Begleitung zu tun? Oder mit seiner? Viele Fragen. Und keine Antwort. Vielmehr nur eine einzige: Der hatte das Hemd und die Haare genauso wie ich das brauche.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    21 Oktober 2009

    Irgendeine Marlene

    Dies ist die Geschichte einer Marlene. Wenn man mich fragen sollte, welche Marlene denn? würde ich antworten: irgendeine. Irgendeine Marlene. Dies ist die Geschichte irgendeiner Marlene.

    Irgendeine Marlene kommt morgens in die Küche, um sich Kaffee zu kochen und ein Müsli zu machen. Sie hat schlecht geschlafen. Erst konnte sie nicht einschlafen und dann haben sie Träume gequält. Oder waren das keine Träume? Sie kann sich kaum erinnern. Was hat sie da eigentlich geträumt? Es ist zum greifen nahe und doch unbegreiflich. Sie dreht sich zum Kühlschrank und beugt sich herunter, um die Milch herauszuholen. In diesem Moment erschreckt sie sich zu Tode: Da sitzt ein Mann. Am Küchentisch sitzt ein Mann. Da sitzt ein Mann und schaut sie an. Sie will schreien, aber sie kann nicht atmen. Sie will aufstehen und wegrennen, aber sie kann sich nicht bewegen. Sie spürt wie sie das Bewusstsein verliert. Als sie wieder zu sich kommt, liegt sie auf dem Boden vor dem Kühlschrank. Von dem Mann ist nichts zu sehen. Irgendeine Marlene kommt aus dem Urlaub nach Hause. Sie steht mit zwei Koffern vor der der Haustüre, steckt den Schlüssel ins Schloss und stellt fest, dass er nicht passt. Sie probiert es ein zweites Mal, sie probiert auch die anderen Schlüssel. Sie sieht erstaunt, irritiert auf den Schlüsselbund in ihrer Hand und auf die Haustüre. Dann dreht sie sich um, mit einem fragenden Gesichtsausdruck. Irgendeine Marlene geht eines Abends in ein Café und sieht ihren ersten Freund wieder. Damals war sie siebzehn, achtzehn vielleicht. Mehr als zehn Jahre ist das her. Sie halten beide für den kleinen Teil eines Moments inne, dann gehen sie ohne ein Wort aneinander vorüber. Irgendeine Marlene kauft Honig, Käse, ein Brot und einige Tomaten ein, hat aber an der Kasse nicht genug Geld und wird rot. Irgendeine Marlene wirft, bevor sie das Haus verlässt, noch einen Blick in den Spiegel und stellt fest, dass der Mantel nicht zum Rock passt. Sie zieht sich noch einmal um, aber nun passen die Schuhe nicht. Sie probiert es mir einer Hose und schaut erneut in den Spiegel. Und da stellt sie fest, dass es nicht an dem Rock liegt oder an der Hose. Es sind die Schuhe. Die Schuhe passen nicht. Sie passen nicht zu ihr. Dabei trägt sie sich schon Jahre, es sind ihr Lieblingsschuhe. Jetzt muss sie feststellen, dass sie nicht zu ihr passen. Mit einem Gefühl, als passen nicht nur die Schuhe nicht. Sie steht vor dem Spiegel und hat das überwältigende Gefühl, das sie selbst es ist, die nicht passt. Sie steht wie gelähmt da. Dann bricht sie in Tränen aus. Irgendeine Marlene geht spätabends ins Bett und verweint die halbe Nacht. Sie wacht am Morgen auf, fühlt sich zerschlagen, kann sich aber nicht an den Traum erinnern. Irgendeine Marlene geht in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen und ein Müsli. Sie schüttet das Müsli in eine Schale, dreht sich um, beugt sich herunter und öffnet den Kühlschrank, um die Milch herauszunehmen. Dabei geht ihr Blick über den Rand der Kühlschranktür. Und dies hier ist ihre Geschichte. Die Geschichte irgendeiner Marlene.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    20 Oktober 2009

    Erzählen

    Das ist es, was ich will: erzählen. Und ich will mir auch etwas erzählen lassen. Hier ist ein wunderschönes Beispiel, dass man dies nicht nur mit Worten tun kann, sondern auch mit ein bisschen Musik, einem beleuchteten Bildschirm und etwas Sand. Offenbar handelt es sich um die Gewinnerin eines ukrainischen Talentwettbewerbs.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    18 Oktober 2009

    Die schönsten Schriftsteller Berlins

    Ich war vor einiger Zeit bei einer der zahlreichen Lesebühnen in dieser Stadt, Die Chaussee der Enthusiasten. Die schönsten Schriftsteller Berlins nennen sie sich. Es gibt noch andere, weniger schöne wahrscheinlich, die Surfpoeten, die Brauseboys, das Kantinenlesen, etc. Ich gehe vielleicht zwei Mal im Jahr zu so einer Veranstaltung. Das ist meist ausgesprochen amüsant. Auch dieses Mal habe ich vor Lachen auf dem Boden gelegen. Und da lagen noch einige andere, die zuvor gesessen hatten. Deswegen passen so viele Leute in diese Lesebühnen: weil die Veranstalter die Plätze doppelt verkaufen können.

    Es waren ein paar gute Texte dabei, der von Karin Fuchs vor allem. Richtig schlechte Sachen hört man selten. Der Abend hat Anlass zur einigen Beobachtungen gegeben. Sie alle betonen, mehr oder weniger deutlich, dass sie vom Schreiben nicht leben können. Dieser ernste Horizont wird permanent aufrechterhalten und leistet der eigentlichen, gegenteiligen Absicht Vorschub: das produzieren von Lachern. Alle Autoren und Autorinnen sind auf der Suche nach Lachern, einen ernsten Text habe ich bei diesen Veranstaltungen noch nicht präsentiert bekommen. Was die Menge der Lacher angeht, sind manche Vorlesenden ihre besten Kunden. Schlüpfrigkeit wird nicht ungern gesehen, ist aber keine notwendige Voraussetzung.

    Was auffällt, ist die geringe Distanz zu sich. Ein lyrisches Ich sucht man in diesen Texten vergeblich. Wenn die Lesenden „Ich” sagen, dann meinen sie das auch so. Dann meinen sie ihre eigene Person. Das ist in der normalen Welt nicht ungewöhnlich, aber in der Literatur ist das erstaunlich. Streng genommen müsste man sagen, dass dies keine fiktionale Literatur ist, sondern Dokumentation, mit einem Häubchen Exhibitionismus. Sie erzählen von sich selbst, ihren Lesereisen, ihren Einkäufen und ihren Urlauben und Toilettengängen. Sie verlustigen ihre immer als ernst postulierte Existenz.

    Es sind Texte, die in einer großen, die große Tradition der Narration stehen, der Oralität. Homer war vermutlich einer der ersten, der angefangen hatte die Heldentaten anderer aufzuschreiben; oder der, den wir als Homer bezeichnen. Die Geschichte der Schrift ist lang und noch die Literatur des Mittelalters basierte zu Teilen auf mündlicher Überlieferung. Tristan und Isolde, der Mythos von König Artus und seiner Tafelrunde, der Parzival: das sind Zeugnisse der Verschriftlichung oraler Traditionen. Ich bin auch einmal zu einem Poetryslam gegangen. Die Slammer sind noch einmal eine andere Hausnummer, das sind die Virtuosen unter den Vortragenden. Die veranstalten ordentliche Wettbewerbe. Jeder gegen jeden und alle zusammen für eine andere Art von Literatur: quick and dirty.

    Die Kunst des mündlichen Vortrags wird jedenfalls hier wie dort kultiviert. Anders als bei skripturalen Texte, wird der Zuhörer direkt angesprochen (da gibt es natürlich Ausnahmen) und, zumindest durch sein Lachen, einbezogen in das beschriebene oder besprochene Geschehen. Deswegen kommen diese Texte nicht im Büßergewand daher: durch das Lachen werden die Zuhörer in das Geschehen involviert. Das hat die orale Literatur der skripturalen voraus: jenes Wissen, dass das Vorgetragene ein Geschehen ist. Das geht leicht verloren, die man Zeile für Zeile und Seite für Seite liest und sich die eigene Beteiligung lediglich aufs Umblättern beschränkt.

    Die Gros der Lesenden ist zwischen Mitte dreißig und Mitte vierzig. Sie kultivieren in ihren Texten, und das finde ich erstaunlich, zu einem erheblichen Teil die DDR. Das Publikum kann damit etwa zur Hälfte etwas anfangen, weil sie ähnlich alt sind und die Verhältnisse im Sozialismus miterlebt haben. Die andere Hälfte, Anfang bis Mitte zwanzig, muss aus anderen Gründen hingehen. Oder vielleicht hat diese Kultivierung einer untergegangenen Vergangenheit, die so genannte Ostalgie, auch noch etwas anderes zu bieten. Zwanzig Jahre nach Mauerfall sind diese Lesebühnen einer der wenigen Orte, an dem man diesen Gegensatz von Ost und West noch greifen kann. Vielleicht gehen deswegen so viele junge Leute zu diesen Veranstaltungen: das ist eine Marketingstrategie. So sehr ich das Lachen an solchen Abenden genieße: diese Haltung, wenn sie eine sein sollte, empfinde ich als vulgär. Und Vulgarität stößt mich ab.

    Auch wenn sie teilweise doppelt so alt sind wie ich: die Jungs da oben auf der Bühne sind nicht meine Konfektionsgröße.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    16 Oktober 2009

    Das Handwerk des Dichters

    “Das Handwerk des Dichters” So lautet der Titel der sechs Poetik Verlesungen von Jorge Louis Borges, erschienen im Hanser Verlag. Poetik ist die Theorie der Poesie, eine Theorie der Dichtung. Ich bin nach der Lektüre ein wenig enttäuscht. Ich hatte mir durchaus keine Anweisung zum verfassen guter Texte erwartet. Im Gegenteil, ich würde diese creative writing Sachen nicht lesen wollen. Da wird einem vermutlich erklärt, wie man es richtig macht und der wichtigste Teil wird weggelassen, nämlich wie man es falsch macht. Aber nur, indem man lernt wie man es falsch macht, lernt man es richtig. Man kann nämlich nicht lernen, es richtig zu machen. Man kann nur das Gegenteil lernen. Man muss lernen wie man‘s falsch macht, damit man‘s dann richtig macht.

    Ich bin etwas enttäuscht, weil Borges nicht wirklich Einblick in sein Handwerk gibt. Zum Zeitpunkt des Vortrages war er schon lange blind. Er hat diese sechs Vorträge wohl hauptsächlich assoziierend aus dem Gedächtnis gemeistert. Und diese assoziative Vortragsweise spürt man. Auch wenn der Zauber der mündlichen Rede in der Mitschrift nicht so deutlich ist. Der Vortrag ist wie er ist, nicht weil Borges sich nicht in die Karten schauen lassen will, sondern weil er ein Poet ist und kein Dozent für Poetik. Das Buch hier zu rezensieren, diesen Plan habe ich fallen lassen.

    Aber dem, zur Zeit der Vorlesung schon recht betagten Poeten gelingen auch hier ganz wunderbare Formulierungen. Zum Beispiel diese über das Lesen und Schreiben, die mit einer sehr treffenden Einsicht endet: „Ich betrachte mich vor allem als Leser. Wie Sie wissen, habe ich mich ans Schreiben gewagt; aber ich glaube, das, was ich gelesen habe, ist viel wichtiger als das, was ich geschrieben habe. Denn man liest das, was man mag – aber man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist.”

    Hätte Borges gesagt `wir schreiben, was wir schreiben müssen´, dann wäre das nicht mehr und nicht weniger gewesen als hätte er gesagt, wir springen, weil wir springen müssen. Dann spring doch!, hätte sich der Leser gedacht und das Buch schneller zugeschlagen als Borges unten auf dem Pflaster aufgeschlagen wäre. Wir müssen nämlich nicht schreiben. Das ist keine Zwangshandlung. So eine Äußerung wäre eine Eselei gewesen. Um eine winzige Nuance davon entfernt, liegt eine enorme Klugheit, das Ergebnis vieler Lese- und Schreiberlebnisse: wir schreiben, was wir zu schreiben fähig sind. Nicht mehr und nicht weniger. Nicht mehr und nicht weniger, sondern genau das!

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
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    14 Oktober 2009

    Liebe deinen Körper!

    So titelt heute die Mädchenmannschaft. Eine schöne Idee! Und noch schöner finde ich das Ergebnis. Vierzig Kommentare, bis jetzt und bestimmt werden es noch mehr. Da kann man mal sehen, was Frauen so alles an sich lieben.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    14 Oktober 2009

    Zuneigung II

    Noch ein Wort zu gestern Nachmittag: Ich will nicht, dass mich ein Mann fragt, ob ich Lust habe. Egal wie er diese Frage stellt, mit seinen Worten oder seinen Blicken. Die Frage ist vollkommen deplatziert. Auf eine solche Frage kann ich keine Antwort geben. Und müsste ich eine geben, würde sie ganz sicher „Nein” lauten. Ich will nicht, dass mich ein Mann fragt, ob ich Lust auf Sex habe. Er muss dafür sorgen, dass ich sie bekomme. Er muss das machen.

    Das ist natürlich schwer, wenn ich ihn nicht lasse. Wenn ich ihn nicht machen lasse. Aber in Wirklichkeit ist es umgekehrt. Ich habe ihn nicht gelassen, weil er es nicht gemacht hat.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    13 Oktober 2009

    Zuneigung

    Männer müssen in dieser Gesellschaft lernen, Frauen ihre Zuneigung zu zeigen. Und Frauen müssen lernen, das zu sehen, zu erkennen und anzunehmen. Und sie müssen ebenfalls lernen, die Zuneigung anderer zurückzuweisen. Das Gefühl eines anderen an sich abprallen zu lassen. Es einfach nicht zu erwidern. Wenn Männer ihren Part nicht lernen, bleiben sie lebenslang alleine. Lernen Frauen den ihren nicht, müssen sie mit jedem ins Bett steigen, der das will. Sie lernen ihren eigenen Willen und ihre eigenen Wünsche nicht gar kennen, weil sie immer nur anderen zu Willen sind.

    Männer müssen auf Frauen zugehen und ihre Lust formulieren, weil Frauen das den Männern gegenüber nicht von sich aus tun. Und weil die Lust der Frauen sich oft auch an der der Männer entzündet. Wir entflammen nicht ganz so leicht. In dieser Begehrensstruktur müssen die Männer lernen den ersten Schritt zu machen. Und Frauen müssen lernen, den zweiten zu verweigern. Für beide Schritte gilt, dass man sie selten in idealer Weise tut. Für die Männer gibt es nicht die richtige Annäherung und der einen ist bereits zu leichtfüßig, was einer anderen schon zu tapsig aussieht. Auch für die Frauen gibt es nicht die richtige Zurückweisung, und dem einen ist bereits zu robust, was ein anderer noch als Aufforderung nimmt. Und dennoch kommen sie ja zusammen. Bisweilen jedenfalls.

    Wer immer du gewesen bist, heute Nachmittag. Ich danke dir für deine Zuneigung. Ich danke dir sogar sehr! Auch wenn ich sie nicht erwidern konnte. Dies hier mag dir als Entschuldigung herhalten für meine Reaktion.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    09 Oktober 2009

    Ich freu mich für Frau Müller

    Vor einiger Zeit habe ich die zwanzig Kandidaten für den Deutschen Buchpreis besprochen. Ich bin offenbar in der Zeile verrutscht, als ich Herta Müller in der aussichtsreichsten Position sehen wollte. Ich glaube sogar, aber vielleicht täusche ich mich erneut, dass sie jetzt in der schlechtesten Position ist. Das Rennen um diesen Preis ist nämlich seit gestern wieder offen. Dafür ist Frau Müller jetzt in den Olymp aufgestiegen.

    Ich bin gespannt, was die anderen dazu sagen werden. Die Rumänen. Mal schauen, ob die jetzt etwas mit Herta Müller anfangen können. Und auf die Reaktion der französischen Medien bin ich auch gespannt. Im vergangenen Jahr haben die deutschen Zeitungen Le Clézio ja eher als etwas exotische, aber im Grunde genommen spinnerte Idee der Schwedischen Akademie abgetan. Ich kann mir keine eigene Meinung zu dem Mann erlauben. Ich habe nie etwas von ihm gelesen. Mal schauen wo die Franzosen nun Herta Müller einordnen.

    Auf meinen Geschmack hat der Nobelpreis wenig Einfluss. Ich habe in den letzten Jahren von den Geehrten nur Imre Kertész und J. M. Coetzee gelesen. Beides mit Verspätung, beides hat mir gefallen. Grass und Müller kannte ich vorher schon. „Die Blechtrommel” gehört zu einer Sammlung von Büchern, ich hab keinen Überblick, wie groß diese Sammlung ist, die meinen Literaturgeschmack am Anfang beeinflusst haben. Ich weiß nicht, wie groß diese Sammlung ist und ich weiß auch nicht, wo der Anfang liegt. Die Sammlung wächst langsam. Und dieser Anfang ist nicht vorüber, er ist mit jedem Buch da, das ist ein ununterbrochen in der Länge sich ändernder Urmeter.

    Im Internetauftritt der FAZ stand ganz oben, dass Herta Müller den Nobelpreis für Literatur bekommt. Ich denke, ich hab‘s nicht nachgeprüft, dass in den anderen Tageszeitungen etwas Ähnliches stand, also ziemlich ähnlich. Insoweit übereinstimmend, dass, was immer da genau stand, Herta Müller überall den Nobelpreis erhält. Ich fände es interessant, wenn jede Zeitung etwas anderes berichten würde. Dann hätten all die anderen, immer übergangenen Kandidaten endlich mal eine Chance. Mario Vargas Llosa bekommt in der Neuen Zürcher Zeitung in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur, Inger Cristensen bekommt ihn in der Frankfurter Rundschau, Thomas Pynchon bekommt ihn in der ZEIT etc. pp. Hätte ich eine Wette auf einen Kandidaten aus Rumänien abgeben müssen, wäre meine Wahl auf Mircea Cărtărescu gefallen, der übrigens gerade die Samuel-Fischer-Gastprofessur innehat und ab der kommenden Woche in Berlin zum Thema „Postmodernism and Beyond” liest. Hier ein Link für Fans, mit Bibliografie und Wohnort. Und wer‘s noch intensiver möchte und sich für rumänische Literatur interessiert, der ist hier sehr gut aufgehoben. Das ist ein schönes Projekt, sehr aktuell und in vielen Sprachen, auch in Deutsch, zugänglich. Unter dem Namen Gabriela Adameşteanu ist die frisch gebackene Nobelpreisträgerin (der FAZ) auf einer Coach zu sehen und sie zieht einen richtigen Flunsch, so als wäre ihr die Auszeichnung gerade wieder weggenommen worden oder als wäre sie mit der Wahl der NZZ oder der ZEIT nicht zufrieden.

    Herta Müller stand ganz weit oben in der FAZ. Ganz weit unten stand etwas über “Skimming”. Organisierte Kriminalität, Banden, die vor allem aus Rumänien und Bulgarien stammten, und deutsche Geldautomaten manipulieren. Das entspricht dem Bild der Rumänen schon eher. Ich weiß nicht, ob Frau Müllers Dichtungen so groß sind, dass sie nun in aller Welt zur Kenntnis genommen werden. Sie wird sicher in Deutschland jetzt ein anderes Gewicht bekommen. Ob das, was Herta Müller schreibt, Nobelpreisniveau hat, sollen andere entscheiden. Es war in den vergangenen Jahren ja oft so, dass die Akademie sich weniger dem humanen Geist von Alfred Nobel verpflichtet gefühlt hat, als der Sprengkraft seiner wichtigsten Erfindung. Ob die Preisverleihung Geschmacksveränderungen des deutschen Publikums nach sich zieht, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass diese internationale Auszeichnung und Anerkennung für eine Rumänin das Empfinden gegenüber den Rumänen – die da unten, die Zigeuner, die mit den Goldzähnen und den gefälschten Kreditkarten – ein wenig verändert. Herta Müller spricht Deutsch. Und sie spricht es besser als viele von denen, die hier leben, die die Bildzeitung lesen und nicht wissen, dass es außer dem Plusquamperfekt noch andere Zeiten gibt. Die vielleicht gar nicht wissen, dass es Zeit gibt.

    „Wir zeigen immer wieder, dass wir schreiben können.” Das ist ein Satz, den ich gelesen habe. Im Rahmen der FAZ-Lektüre im Netz, in einem Kommentar. Wer ist denn dieses „wir”? Die allermeisten zeigen ja bitteschön, wenn sie die Spiegelbestsellerliste konsumieren, dass sie nicht einmal lesen können. Sind das die gleichen, die dann zeigen, dass sie schreiben können? Wer ist „wir”? Wir Deutschen? Wir Rumänen? Wir Frauen? Hat der, der das geschrieben hat, es schon einmal jemandem gezeigt? Wem denn? Der Akademie in Schweden? Ist der Kommentar vielleicht von Grass gewesen? Der einzige lebende Deutsche, der sich diesen Kommentar erlauben könnte. Und hat er, also nicht der Grass, Günther, sondern der andere, der Möchtegerngrass, außer, dass er es jemandem gezeigt hat, sonst noch was gemacht? Hat er‘s vielleicht gelesen? Hat er Müller und Grass gelesen? Oder sogar geschrieben? Er und Herta und Günther zusammen.

    Die 56-jährige “deutschsprachige” Schriftstellerin. So lautete die Schlagzeile aus der ZEIT (wieder im Netz natürlich). Deutschsprachig ist in dem Fall wirklich nicht schlecht formuliert. Es ist natürlich schwer, diese Frau jetzt einzusortieren und zu verorten. Ist sie Deutsche? Ist die Rumänin? Wodurch wird man das eine und wodurch das andere? Vielleicht hätte man sie lieber als “hochdeutschsprachige Schriftstellerin” bezeichnen sollen. Aber ist sie das? Vielleicht spricht sie kein Hochdeutsch, vielleicht hat sie einen unangenehmen Akzent, etwas ganz derbes, geradezu ordinär. Egal, ich freu mich für Frau Müller!

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    07 Oktober 2009

    Präziser oder poetischer

    Dies ist die Geschichte eines Mannes, der meinte, alles wieder umformulieren zu müssen.

    Die Geschichte von einem, der alles, was er gesagt und geschrieben hat wieder relativieren musste. Der gerade rücken musste, was ihm schief und krumm vorkam. Und der dann, was er zuvor bereits gesagt hatte, erneut formulierte. Weil ihm dies, bei näherer Betrachtung, abends bei Kerzenschein oder Halogenlicht, weil er das bei erneuter Betrachtung als unzureichend empfand. Oder als falsch. Als widersinnig. Und der das dann erneut formulierte, präziser vielleicht. Oder poetischer. Der das eine gegen das andere austauschen wollte. Kaum, dass er alles präzisiert hatte, poetisierte er es, um es dann, bei allernächster Gelegenheit wieder zu präzisieren. Und der das sein ganzes Leben lang so machte, richtig stellte, was ihm falsch vorkam, vereindeutigte, was ihm zweideutig schien. Und der sein ganzes Leben damit zubrachte. Und der den Eindruck hatte, sich keinen einzigen Schritt vorwärts zu bewegen. Und der dennoch immer darauf hoffte, eines Tages dieses Dilemma und diese Ausweglosigkeit zu überwinden. Und loszugehen. In die eine oder in die andere Richtung. Eines Tages würde er sich zu einer ganz anderen Art von Klarheit aufraffen können.

    Dies ist die Geschichte eines Mannes, der sein ganzes Leben lang immer wieder neu Anlauf genommen hat. Und der am Ende dieses Lebens feststellt, dass er gar nicht so unglücklich war, wie er das bis dahin angenommen hatte. Der nicht von Hemmung zu Hemmung gegangen ist, sondern dessen Leben durchaus einen Sinn gehabt hat. Und dieser Sinn hat darin bestanden, alles wieder gerade zu rücken. Oder schief. Dieses umrücken, das war der Sinn. Das ist die tiefe Erkenntnis am Ende seines Lebens. Wohlwissend, dass er an diesem Tag wird sterben müssen. Denn ansonsten hätte er das am nächsten Tag natürlich wieder relativiert und hätte diese Erkenntnis präziser formuliert. Oder poetischer.

    Als Camus seine sehr kurze und sehr bekannte Abhandlung über Sisyphos schrieb, da hat er als letzten Satz – vielleicht hat er das gemacht weil so ein provokanter Schlusssatz gut für die Reputation war – formuliert: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.” Ich finde, da ist er übers Ziel hinaus geschossen. Den oben skizzierten Menschen zwischen Poesie und Präzision, den müssen wir uns nicht als glücklich vorstellen. Und schon gar nicht als zufrieden (was ja von manchen Menschen als mediokere Variante des Glücks aufgefasst wird), sondern schlicht und ergreifend als beschäftigt.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    05 Oktober 2009

    Glück und Unglück

    Hier kommt eine der schönsten Bemerkungen, die ich kenne. Schön und schön kurz. Anders als bei Immanuel Kant, der auch schön schreiben konnte, versteht man hier alles. Bei Kant kommt man mit seinem Verständnis gerade einmal bis zum ersten Komma. Die Kommata bei Kant sind oft sogar das einzige, was man versteht.

    „Glück und Unglück sind zwei Zustände, deren äußerste Grenzen wir nicht kennen.”

    John Locke, Über den menschlichen Verstand

    Solch eine Äußerung von einem Rationalisten wie John Locke, wirklich erstaunlich! Vielleicht führte Locke ein Doppelleben. Vielleicht hat er das, was er in seinem Beruf gemacht hat, das wissenschaftliche und akademische Schreiben, nicht wirklich geglaubt und meinte, nach Feierabend alles wieder richtig stellen zu müssen. Das Vorliegende ist wahrscheinlich so eine abendliche Äußerung, eine Umformulierung und Berichtigung dessen, was Locke tagsüber formuliert hatte. Vielleicht hat Locke sich nachts in der Sünde gesuhlt und tagsüber dann moralische Abhandlungen geschrieben, weil es ihn gereut hat. Das ist ein interessante Frage, weil man, wenn einer zwei Leben führt, natürlich wissen müsste, welches der beiden das erste und welches das zweite , welches Aktion und welches Reaktion ist, und welches der beiden die Wiedergutmachung des vermeintlich angerichteten Schadens ist.

    Das wäre auch ein schönes Romanthema: dass einer abends wieder zurechtrückt, was er tagsüber gedacht und getan hat. Ich glaube, da ließe sich einiges raus machen. Aber, wie immer, wenn sich aus wenig mehr machen lässt: da kann man sich ganz schnell die Finger verbrennen. Und mit bandagierten Fingern einen Roman in den Rechner zu tippen ist eine Sache für sich.

    Das ist in der Liebe ganz ähnlich: das gibt’s die Realisten und die Phantasten. Und es sind meist die Phantasten, die sich die Finger verbrennen und hinterher Liebesbriefe tippen. Ewig lange, herzzerreißende Briefe, die von Realistenseite selbstverständlich unbeantwortet bleiben. Die Realisten verstehen gar nicht, was eigentlich los ist. Das war doch ein ganz netter Abend. Und die Zurückgewiesenen, die schmählich Ignorierten und tief enttäuschen Liebesbrieftipper tippen dann irgendwann Romane, in denen Phantasten Liebesbriefe an Realisten schreiben.

    Die einen wie die anderen kennen die äußersten Grenzen von Glück und Unglück nicht. Aber die Phantasten robben sich näher ran als die Realisten. Und stellen dann fest – was Realisten nie feststellen – dass Glück und Unglück keine weit entfernten Gegensätze sind, sondern enge Verwandte.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.





    03 Oktober 2009

    Deutsche Einheit

    An diesem Samstag wird in Deutschland gefeiert: 20 Jahre Deutsche Einheit. Wenn vor 20 Jahren nicht die Bürgerrechtsbewegung aufgestanden wäre, wenn in deren Gefolge die Mauer nicht gefallen und die Blöcke Ost und West nicht auseinander gedriftet wären, oder zueinander hin, dann wäre ich heute sicher nicht hier. Wer weiß, wo ich dann wäre. Ich bedanke mich bei allen, die an den Ereignissen beteiligt gewesen sind, dass ich heute hier leben und studieren kann. So ganz genau wird das nicht mehr nachvollziehbar sein, wer welche Rolle gespielt hat und welches Gewicht dieser Rolle in der gesamten Choreografie zuerkannt werden muss. Mindestens geht wohl der Dank an Bärbel Bohley und Hans Dietrich Genscher. Aber da werden noch eine Million anderer Menschen eine Rolle gespielt haben: Die großen Rollen, wie Gorbatschow und wohl auch der damalige Papst und die vielen kleineren. Die Beteiligten werden es schon wissen, nehme ich an. Hoffentlich sind da nicht so viele Verbitterte dabei, die sich nach der Wende mit noch kleineren Rollen haben begnügen müssen.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
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    02 Oktober 2009

    Traktor fahren

    Lieber Julian!

    Das ist mein Abschiedsbrief an dich! Was das Blog angeht, natürlich nur. Mein gestriger Eintrag war nicht gerade eine sprachliche Meisterleistung. Aber ich hatte Kummer. Kummer verkrümmt mir die Finger und mit verkrümmten Fingern kann ich nicht gut formulieren. Ich weiß nicht wie andere das machen, aber ich formuliere nicht mit dem Kopf, sondern mit den Fingern. Jetzt ist alles wieder besser. Meine Mail ist nicht angekommen. Ich habe mir hundert Gedanken gemacht, aber dass die Mail verschwindet, damit hatte ich nicht gerechnet.

    Ich freue mich sehr, dass ich die Gelegenheit habe an der öffentlichen Lektüre des Buches von David Foster Wallace „Unendlicher Spass” teilnehmen zu können. Es wird eine schöne Herausforderung. Und mit literarischen Herausforderungen komme ich in der Regel gut klar. Dieses Klarkommen lässt sich leicht beschreiben: Ich mag das Durcheinander in meinem Kopf, das ich ordnen muss.

    Ebenso gibt es Herausforderungen, an denen ich scheitere. Ich bin zum Beispiel am Führerschein gescheitert. Ich möchte das nicht genauer ausführen. Es gab da eine ziemlich unglückliche Situation mit dem Fahrlehrer. Der hatte bestimmte Vorstellungen wie man fahren sollte. Die haben sich mit meinen eigenen nicht verbinden lassen. Dafür kann ich Traktor fahren. Das habe ich auf dem Bauernhof meines Großvaters, in einem Dorf in der Nähe von Hermannstadt, in Siebenbürgen gelernt. Das war ein russisches Fabrikat, eine uralte Möhre, man konnte damit langfahren, wo man wollte (das war, um die Missverständnisse zwischen mir und dem Fahrlehrer anzudeuten, auch meine Vorstellung vom Autofahren).

    So wie ich Traktor fahre, so mache ich das mit dem Lesen und dem Schreiben auch: Dahin fahren, wo ich hin will. Und nicht dahin, wo die Straße gerade hingeht, wo alle anderen hinfahren und wo dieser Fahrlehrer wollte, dass ich auch fahre. Die Straße interessiert mich nicht. Das Schöne an diesem Blog „Unendlicher Spaß” ist: ich glaube, da sind auch noch Traktorfahrer unterwegs. Da kann jeder gerne vorbeikommen und sich anschauen, wie ich alles niedermähe! Und das wird dann ein Heidenspass. Ich bin natürlich auch noch hier zugange. Hier bin ich ja zuhause. Da drüben erscheinen nur meine Bemerkungen zu dem Buch von David Foster Wallace. Ich habe die Seite auch auf der blogroll verlinkt.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
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    01 Oktober 2009

    Übers Rohe reden

    Lieber Julian!

    Eigentlich gehört das nicht hierher. Das ist der Inhalt einer privaten Mail und hat nichts mit diesem Blog zu tun. Und doch, nachdem ich den ersten Blogeintrag zu dem Buch von David Foster Wallace „Unendlicher Spass” als Brief an dich konzipiert habe, wollte ich das auch weiterhin so machen. Die persönliche Anrede, das finde ich als Form sehr passend, dass ich, wo du nun keine Zeit zum Lesen hast, ich meine Begeisterung und Enttäuschungen, meine Erwartungen und alles, was man so erlebt und empfindet, wenn man ein Buch liest, dass ich all das für dich aufschreibe. Das hatten wir so besprochen, als du mich am Sonntag von Berlin hierher gefahren hast. Und jetzt sitze ich hier in dieser Datsche, das Telefon funktioniert nicht und ich lasse die Flügel hängen.

    Ich habe gerade mit Sabine, die manchmal liest, was ich schreibe (und die mir dann schreibt, was sie gelesen hat) darüber gesprochen, dass so ein Blog, so eine Internetpräsenz doch wenig Nähe und Intimität zulässt und das man eine bestimmte Art wählt, sich darzustellen. Eigentlich sind diese Internetpräsenzen anonyme Veranstaltungen. Deswegen stelle ich das jetzt hierher. Als Gegenbewegung. Auch wenn es eigentlich ein persönlicher Brief an dich ist. (Ich wetzte die emotionale Scharte demnächst wieder aus. Dann werde ich einen Text von Hegel besprechen, das wird so trocken, das kannst du dir gar nicht vorstellen).

    Nachdem ich mich bemüht hatte, beim Blog zum Unendlichen Spass mitzumachen und eine Absage bekommen habe, was völlig in Ordnung war, habe ich mich doch in den Wallace hineingelesen. Und dann ist absolut überraschend das Angebot gekommen, doch mitzumachen. Ich war richtig euphorisch, habe meine Beiträge zu dem Buch für dieses Blog hier, die ich schon schön in Reih und Glied stehen hatte, alle wieder umgeworfen. Weil das dort drüben ein ganz anderes Forum ist und es eines entsprechend veränderten Tonfalls bedarf, habe also alles in Stücke gehauen, was ich hatte und ein zehn Seiten langes Chaos produziert – und nichts mehr von dem Angebot gehört. Drei Tage Arbeit, drei Tage Euphorie und jetzt liege ich am Boden. Ich habe nicht die Kraft alles noch einmal umzustellen: die Zerstörungen an den Texten, die ich vorgenommen habe, sind aber irreversibel. Das, was ich jetzt habe, kann ich hier in meinen Blog nicht veröffentlichen.

    Das ist ja nun nicht das erste Mal, dass ich mich bemühe und die Türen, an denen ich klopfe geschlossen bleiben. Manchmal öffnen sie sich auch, werden dann aber kurz vor der Nase erneut geschlossen. Dieses Mal hatte ich, als die Türe zufiel, schon die Finger drin. Und die sind da immer noch, in dieser Türe, und das tut weh! Ich warte jetzt noch bis Morgen und dann schließe ich das Thema ab. Dann versuche ich zu retten, was zu retten ist. Dann stelle ich meine Beiträge hierher. Hier bin ich zu Hause und hier kann ich sagen, was ich will und wie ich‘s will. Und wenn ich Lust habe, kotze ich auf den Tisch und schaue es mir drei Tage lang an. Da drüben müsste ich vomieren statt kotzen sagen, betreten auf die Erde schauen und es dann wegwischen. Hier kann ich machen was ich will. Hier kann ich randalieren. Problem ist nur: ich will ja nicht randalieren.

    Katzenjammer nennt man das, nicht? Ich habe gerade ein bisschen Heimweh. Das hatte ich in den drei Jahren, in denen ich in Deutschland lebe, noch nicht oft. Ich glaube, dass das bei mir zu Hause anders läuft (habe ich jemals zu Hause zu Siebenbürgen gesagt?). Vielleicht komme ich hier doch nicht so gut klar wie ich angenommen hatte.

    Ich kann nicht mit den Leuten an der Uni reden. Jedenfalls nicht, wenn es über das akademische hinaus geht. Die Literaturwissenschaftler bei uns reden alle über das Gemachte. Ich aber will übers Machen reden. Die reden über das Gekochte, ich aber will über das Rohe reden. Die reden vom Essen, ich vom Kochen. Und die Linguisten wollen nur über die Kopula reden. Die Philosophen wollen gar nicht reden, weil denen Reden nicht theoretisch genug ist. Die wollen vielleicht über die Theorie des Redens reden. Aber möglichst, ohne den Mund dabei aufzumachen.

    Ich muss mit anderen reden. Mit Leuten die ebenfalls mit einer Schürze und einer großen weißen Mütze auf dem Kopf und einen Kochlöffel in der Hand in der Küche stehen und etwas zubereiten müssen. Ich hatte mich so gefreut. Ich sehne mich so nach Leuten, mit denen ich reden kann: übers Schreiben und darüber wie man das macht, was man sich erhofft. Wie man Stoffe konzipiert, wie man das Messer ansetzt, was man für und was gegen Veränderungen tun kann. Ich will meine Erfahrungen besprechen und die der anderen hören. Und das da drüben wäre möglicherweise ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

    Den heutigen Abend verbringe ich mal nicht in den Armen von Herrn Wallace, sondern ich stibitze mir die Flasche Wein, die du da hinten in der Vorratskammer versteckt hast.

    Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
    geschehn aus unablässigem Bestreben.
    Aléa hat’s hierher gestellt,
    und zwar soeben.