26 August 2009
Lolita
Ein schöner Tag macht noch keinen Sommer und eine schöne Formulierung noch keinen Schriftsteller. Manchen Formulierungen ist anzusehen, dass sie keine singulären meteorologischen Ereignisse sind, wie den ersten Sätzen der „Lolita”. Vladimir Nabokov ist meines Wissens der einzige Schriftsteller, jedenfalls der einzige, den ich kenne, der in zwei Sprachen schreiben konnte, in Russisch und in Englisch. Ich kann auch zwei Sprachen. Obwohl ich Rumänisch bis zum Abitur in der Schule hatte, obwohl mein Studium in Bukarest, meine Freunde dort, alles war selbstverständlich Rumänisch in Rumänien: ich könnte niemals in dieser Sprache schreiben. Schriftsprache, literarische Sprache, ist Deutsch. Obwohl ich es mein Leben lang gesprochen habe, reicht mein Rumänisch nicht, um kreativ damit umzugehen.
„Lolita, light of my life, fire of my loins. My sin, my soul. Lo-lee-ta: the tip of the tongue taking a trip of three steps down the palate to tap, at three, on the teeth. Lo. Lee. Ta.”
Vladimir Nabokov, Lolita
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: August 26th, 2009 unter Hier wird gemangelt, mittel












Kommentar von Mathias Noack
Datum/Uhrzeit 22. September 2009 um 21:19
Es gibt übrigends neben der Auseinandersetzung Christa Wolfs mit der Penthesilea in ihrer “Kassandra” einen sehr schönen Aufsatz von ihr aus dem Jahre 1982: “Kleists ´Penthesilea´” – aber das wissen Sie vielleicht schon?!
Mit herzlichen Grüssen aus Berlin – Mathias Noack