25 August 2009
Kassandra
Ein ganz anderes Bild der Penthesilea zeichnet Christa Wolf in ihrem Buch „Kassandra”. Penthesilea ist hier eine Frau, die die Männer hasst. Die Amazonen werden von Panthoos so beschrieben „Die töten, wen sie lieben, lieben, um zu töten”.
Ich habe das Buch in Paris auf Englisch gekauft und erst später, als ich schon in Berlin lebte, noch einmal auf Deutsch. Penthesilea sitzt in der folgenden Szene mit Frauen der Trojer zusammen, mit Myrine, Arisbe, Oinone, Hekabe und Kassandra.
„Die bewohnte Welt, soweit sie uns bekannt war, hatte sich immer grausamer, immer schneller gegen uns gekehrt. Gegen uns Frauen, sagte Penthesilea. Gegen uns Menschen, hielt Arisbe ihr entgegen.
Penthesilea: Die Männer kommen schon auf ihre Kosten.
Arisbe: Du nennst ihren Niedergang zu Schlächtern auf ihre Kosten kommen?
Penthesilea: Sie sind Schlächter. So tun sie, was ihnen Spaß macht.
Arisbe: Und wir? Wenn wir auch Schlächterinnen würden?
Penthesilea: So tun wir, was wir müssen. Doch es macht uns keinen Spaß.
Arisbe: Wir sollen tun, was sie tun, um unser Anderssein zu zeigen!
Penthesilea: Ja.
Oinone: Aber so kann man nicht leben.
Pethesilea: Nicht leben? Sterben schon.
Hekabe: Kind. Du willst, daß alles aufhört.
Penthesilea. Das will ich. Da ich kein anderes Mittel kenne, daß die Männer aufhörn.”
Das ist eine interessante Überlegung von Christa Wolf: Dasselbe tun, um sein Anderssein zu zeigen. Aber auch diese Wendung bringt der Penthesilea kein Glück. Auch bei Christa Wolf muss sie untergehen.
Christa Wolf, Kassandra, Seite 158 f
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: August 25th, 2009 unter Hier wird gemangelt, mittel











