19 August 2009
Nicht aber wanke in dir selber mehr
Wir haben womöglich kein einheitliches Köperbild, aber wir wissen zumindest um die Grenzen unseres Körpers. Nur lässt sich aus einer schnöden Grenzerfahrung noch kein einheitliches Selbstbild erstellen. Obwohl wir es ja sind, dieses Selbst, bekommen wir es nicht richtig zu fassen. Wir bekommen es nicht zu greifen, zu begreifen: außer im Bild von uns. Aber wir wissen auch, wir ahnen es, dass das Bild von der Sache nicht mit der Sache selbst identisch ist. Erst recht nicht, wenn wir nur das Bild haben.
Ich zitiere ein weiteres Mal Prothoe, die mir immer besser gefällt, ihre Sprache und ihre Bilder und Handlungen, vor allem ihre Freundschaft zur Penthesilea.
„Sinke nicht,
Und wenn der ganze Orkus auf dich drückte!
Steh, stehe fest, wie das Gewölbe steht,
Weil seiner Blöcke jeder stürzen will!
Beut deine Scheitel, einem Schlußstein gleich,
der Götter Blitzen dar, und rufe, trefft!
Und laß dich bis zum Fuß herab zerspalten,
Nicht aber wanke in dir selber mehr,
Solang ein Atem Mörtel und Gestein,
In dieser jungen Brust, zusammenhält”
Kleist Penthesilea, Zeile 1348 f.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Geschrieben: August 19th, 2009 unter - Kleist, Heinrich von : Penthesilea, Hier wird gemangelt, mittel











