Archiv vom Juli, 2009
03 Juli 2009
Die Tragödie meines Lebens
Vor einiger Zeit habe ich in der FAZ ein Interview mit Katharina Thalbach gelesen. Dort sagte sie den schönen Satz: „Wir im Osten hatten mehr Sex und mehr zu lachen.” Ich weiß, wie sie das meint. Wie auch in Rumänien, gab es einfach in der DDR diesen ganzen Konsummüll nicht, der nur ablenkt vom Wesentlichen: vom Existieren. Das größte Problem vieler – vor allem meiner Geschlechtsgenossinnen -, scheint die Erschwinglichkeit der nächsten Kollektion zu sein. Kleiderschränke voller Klamotten, mit denen sie sich die Leere des Lebens vom Leib zu halten versuchen. Und die ihnen die Erkenntnis ersparen sollen, wie sinnlos dieses Leben eigentlich ist. Endlich können sie mal etwas sparen, nach den horrenden Ausgaben für Stiefel, Sonnenbrillen und Schminkutensilien.
Aber deswegen erinnere ich mich nicht an diesen Artikel. Ich erinnere mich, weil sie dort etwas über ihren ehemaligen Mann sagte, über Thomas Brasch, der viel zu früh – und völlig zu Unrecht – verstorben ist (Thomas Brasch, von dem auch die Shakespeare-Adaption des Romeo und Julia Stoffes stammt „Liebe Macht Tod”). Katharina Thalbach sagte in diesem Interview: „Brasch nicht kennengelernt zu haben, wäre die Tragödie meines Lebens gewesen.”
Etwas größeres, finde ich, kann man über einen anderen Menschen nicht sagen.
Wenn auch nicht jede Zeile gleich erhellt:
geschehn aus unablässigem Bestreben.
Aléa hat’s hierher gestellt,
und zwar soeben.
Thema mittel, Paralipomena | Eintrag von Aléa Torik | um 1:02 eingtragen | Kommentare: keine | Kommentieren











